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Träumen Kinder anders?
Von Kinderträumen lernen

Gemeinsam mit Ihnen möchte ich in die Welt der Kinder hineingehen, in das Land ihrer Träume. Wir wenden uns der Nachtseite kindlichen Erlebens zu, werfen einen Blick auf das träumende Kind und müssen uns zunächst der Frage stellen: Ist das träumende Kind im Alltag von Familie, Kindergarten, Schule, ein vergessenes Kind? Danach lernen wir die spezifische Umgangsweise der Kinder, mit ihren Träumen kennen. Als Erwachsene begleitet uns die Frage: Träumen Kinder anders als wir? Nach Antwort suchend erkennen wir, was uns unterscheidet, aber auch, was uns verbindet. Vielleicht öffnet sich auf diesem Weg das Tor zur eigenen Kindheit und ermöglicht neue Zugänge zur Welt des Traums.

1.  Ist das träumende Kind ein vergessenes Kind?

Jeder von uns hat als Kind geträumt, viel und intensiv, hat unter Albträumen gelitten, denn diese Angstträume spielen im Traumerleben der Kinder eine große Rolle. Schließlich sind doch alle Entwicklungsprozesse von Angst begleitet, wird das Kind auf die Zunahme seiner Autonomie träumend vorbereitet. Wie kommt es aber dann, dass es kaum Erinnerungen gibt?
Ich vermute, dieser Mangel des Sich-Erinnerns hängt damit zusammen, dass viele Erwachsene als Kinder mit ihren Träumen allein geblieben sind, weil niemand Interesse und die nötige Offenheit zeigte, so dass sie für ihr inneres Erleben keine sprachliche Äußerungsform finden konnten. Dadurch ging der Traum wieder verloren. Wenn ihn niemand hören will, hat das Kind keine Chance zu erzählen. Das Erzählen trägt dazu bei, ob etwas im Gedächtnis gespeichert wird oder nicht. Wenn jedoch ein Erwachsener Anteil nimmt, teilt das Kind seinen Traum mit ihm. Kommunikation findet statt, Sprache formt sich, ermöglicht dem Kind ein Stück Bewusstwerdung seines Traumgeschehens.

Ein weiterer Hinderungsgrund hat eine Ursache darin, dass wir in einer Kultur leben, in welcher Träume eine eher marginale Rolle spielen. Da in unserer Tradition Träume dem Bereich der Psychotherapie und Psychoanalyse zugeordnet werden, der Analytiker oder die Therapeutin als Fachmann für Seelisches angesehen werden, wird der Umgang mit Träumen stark von dem Verständnis solcher Profis beeinflusst. In erster Linie geht es dann darum, das bildhafte Geschehen zu analysieren, die Symbole in sprachliche Deutungsmuster zu bringen, um die Botschaft eines Traums zu verstehen. Da ein Symbol durch einen Turm möglicher Bedeutungen erklärt werden kann, kaufen sich Menschen Traumlexika, um ihre Träume zu begreifen. Gleichzeitig begleitet sie eine unterschwellige Angst, durch ihre Träume entlarvt und bloßgestellt zu werden. Dies hindert viele Erwachsene daran, sich an ihre Träume zu erinnern oder sie anderen mitzuteilen. Damit geht eine Dimension menschlichen Erlebens verloren.

Kinder sind Seismographen und spüren unterschwellige Befindlichkeiten und Einstellungen der Erwachsenen. Ihre Bereitschaft, von ihrem nächtlichen Traumerleben zu sprechen, - z.B: von der Not, in die sie geraten, wenn sie von Albträumen geplagt, meinen, sie seien nicht in Ordnung, weil sie denken, das geschehe nur ihnen, - hängt ab von der Offenheit des Erwachsenen seinen eigenen Träumen gegenüber, aber auch von der Bereitschaft, dieser Dimension menschlicher Erfahrung bei Kindern einen Wert zuzusprechen.

Als ich Lunte gerochen hatte, das Thema Kinderträume mich umtrieb, suchte ich in der mir zugänglichen Literatur, blätterte mich durch Lehrpläne, wollte sehen, ob es irgendwo eine Lehrplaneinheit gibt, welche sich diesem Phänomen annimmt. Meine Suche war nicht von der Naivität geleitet, auf ein Traumcurriculum oder ein didaktische Modell Seele zu stoßen, aber der Hinweis, dass Menschen träumende Wesen sind und nicht nur aus Körper bestehen, hätte mich gefreut.

Ist uns die natürliche Fähigkeit des Träumens nicht wert, um mit Kindern darüber zu sprechen? Wir klagen über den Verlust innerer Werte, geben Kindern aber wenig Möglichkeit, ihre Innenwelt auszubauen. Vielleicht drückt der Kommentar einer Heilpädagogin Die lügen doch und sagen, sie haben geträumt! aus, was viele Erwachsene denken. Es ist ein vernichtendes Urteil, das die Glaubwürdigkeit von Kinderäußerungen in Frage stellt.
Wer fragwürdige Äußerungen zum Kindertraum sucht, stößt auf sie. Ich fand sie in dem schon etwas angestaubten aber in großer Auflage bis heute erscheinenden Buch Der Traum und seine Deutung von Ernst Aeppli. Es atmet diesen so wenig Mut machenden Geist in Bezug auf Kinderträume. Im entsprechenden Kapitel findet sich folgende Aussage: Ein besonderer Umstand lässt uns das schwierige, der Laiendeutung unzugängliche Gebiet der Kinderträume doch nicht ganz umgehen. Die Deutung der Kinderträume ist das allerschwierigste Unternehmen auch der wissenschaftlich und psychologisch fundierten Traumdeutung. Am besten lässt man die Hände davon.

Dieser Satz verunsicherte mich, als ich Ausschau hielt nach Modellen des Umgangs mit dem Kindertraum. In mir sprach eine hemmende Stimme: nimm die Finger weg, du bist ein Laie, dir fehlt die Fachkompetenz eines Profis. Im Widerspruch dazu stand jedoch die konkrete Erfahrung der Traum-Erzählstunden, die im Laufe weniger Monate fester Bestandteil meines Umgangs mit Kindern wurden. Im Widerspruch dazu stand auch die eigene Erfahrung als träumende Frau, die seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre Träume aufschreibt, mit der Symbolsprache von Märchen, Mythen und Träumen vertraut ist. Hände weg vom Kindertraum – aber ich hatte Lunte gerochen und meine Motivation, dem träumenden Kind im pädagogischen Alltag einen Raum zu geben, hat durch Kinder wichtige Impulse erhalten. Ich spürte die vorwärtsdrängende Kraft, die mich lehrte, das Neuland Kindertraum zu betreten. Deshalb hieß meine Losung nicht Hände weg vom Kindertraum!, sondern Schau auf die Kinder, wie leben die mit ihren Träumen? Die folgenden Ereignisse waren dabei von Weg weisender Qualität:

Eines Morgens beobachtete mein damals 5jähriger Enkel, der eine Nacht in Großmutters Bett verbringen durfte, wie ich nach dem Aufwachen zu schreiben anfing. Er wollte wissen, was sich die Oma notiert. Als er hörte, ich schreibe meinen Traum von der vergangenen Nacht auf, meinte er spontan: Dann musst du aber auch aufschreiben, was ich geträumt habe. Das Kind wies mich darauf hin, wir beide haben heute Nacht geträumt. Ab diesem Tag haben Träume Raum in der Kommunikation mit meinen inzwischen fünf Enkeln.

Von einem Amerikaurlaub brachte ein Junge einen dream catcher, ein Traumsieb mit. Im Stamm der Navajo hängt die Mutter über das Bett eines Kindes ein Traumsieb, um ihm eine Hilfe zur Traumverarbeitung zu geben. Die guten Träume gelangen durch die Maschen des Netzes in die Welt als positive Energie. Die schlechten Träume bleiben zunächst im Netz hängen, vergleichbar den Fischen, die vom Netz des Fischers gehalten werden. Beim Aufwachen verwandelt sich das Bedrohliche der Nacht durch die Sonne in positive Energie, welche in die Welt fließt. Bei diesem Vorgang findet eine Transformation des dunklen Erlebens ins helle Licht statt. Dieser kleine Gegenstand hatte großen Einfluss auf die Kindergruppe, denn auf einmal fingen einige an, Träume zu erzählen. Andere wurden angesteckt, so dass eine Stunde konzentrierten und intensiven Sprechens und Zuhörens wie im Flug verging. Deutlich war danach eine große Gelöstheit der Kinder zu spüren. Niemand war müde, im Gegenteil, alle strahlten Energie und Daseinsfreude aus.

Aus ihrem Alltag kennen Sie sicher, dass ein sonst vitales Kind sich manchmal am Morgen müde, verschlossen, blockiert in den Tag hineinquält. Wer ein solches Kind beobachtet, spürt, wie seine ganze Kraft nach innen gerichtet ist. Es steckt mit seiner ganzen Person noch in einem inneren Geschehen. Die einfache Frage: Wie hast du geschlafen? kann eine Veränderung bewirken, denn auf einmal fängt das Kind an, einen Traum zu erzählen, der nicht zu einer guten Lösung gekommen war. Im Gespräch teilt es nun mit, es müsse die ganze Zeit an diesen Traum denken. Hier braucht das Kind die Hilfe des Erwachsenen, um sich erzählend herauszulösen und dem Tag zuzuwenden.

Da die kindliche Sensibilität spürt, was Erwachsene umtreibt, ergab sich ein Kontakt zu einem Jungen in der Nachbarschaft meines Wohngebietes. Ab und zu besuchte er mich und erzählte mir auch den folgenden Traum: Ich hab gestern Nacht geträumt, dass ich einen Säbelzahntiger gesehen habe, der war ganz lieb. Da bin ich auf seinen Rücken gestiegen, und er ist mit mir in die Schule geritten. Dann hat er mich irgendwo abgesetzt in der Nähe der Schule. Dann bin ich reingegangen, habe alles richtig gemacht. Als die Schule aus war, hat er mich wieder abgeholt. Viel Kraft strahlte der Junge beim Erzählen aus, von der ich mich gerne anstecken ließ. Das längst ausgestorbene mächtige Tier schien im Zimmer zu stehen und ließ die Energie spürbar werden, die in einem solchen Traumbild steckt. Für den Jungen, der gerade eingeschult wurde, viel Angst und Unsicherheit vor dem neuen Lebensabschnitt in sich hatte, bewirkte der Säbelzahntiger zunächst eine höchst positive Gestimmtheit und versorgte ihn aus dem Unbewussten mit der notwendigen Energie, um den neuen Lebensabschnitt neugierig anzufangen.

Mein Interesse und meine Neugier, mit Kindern in die Welt ihrer Träume zu gehen, war geweckt. Ich kam auf die Idee, die Traum-Erzählrunden der Kinder auf Band aufzunehmen. Auf diese Weise integrierten wir das Träume-Erzählen in den Alltag. So kam ich zu dem Material, dem ich mein Buch verdanke. In vielen Gesprächen erhielt ich Einblick, wie Kinder im Vorschul- und Grundschulalter mit ihren Träumen umgehen.

2.  Wie Kinder träumen

Etwas vereinfacht gesagt, verbringen wir ein Drittel unseres Lebens im Bett, u.a. schlafend und träumend. Bei Kindern dürfte die Zeit, die sie im Bett verbringen, noch etwas länger sein. Dabei läuft in uns ein Geschehen filmartig ab, drückt sich aus in einer Vielzahl von Bildern und Szenen, beginnt und endet ohne unser Zutun. Beim Aufwachen bewirkt dieses Geschehen einen Moment der Rückbesinnung, so dass der Traum ins reflektierende oder nachspürende Tagesbewusstsein hineingenommen werden kann.

Du, ich war noch ganz drin im Traum! Mit diesen Worten beschreiben Kinder sehr oft ihre emotionale Befindlichkeit, wenn sie aus einem Traum aufwachen. Das träumende Kind setzt sich an einen Ort, den es als drinnen bezeichnet. Es fühlt sich beim Aufwachen und Erzählen noch ganz im Geschehen enthalten und ist durchdrungen von der energetischen Wirkung des nächtlichen Erlebens, die ja beim Aufwachen noch nicht zu Ende ist. Damit steht das Kind im Gegensatz zum Erwachsenen, der sich kraft seiner weiter entwickelten Ratio schneller vom Traum lösen kann.

Jonas, ein Junge mit äußerst umfangreichem Traumgeschehen, erzählt: Einmal war ich auf so einer Insel und bin abgehauen, und dann war so ne Hängebrücke, da bin ich drüber. Unten waren immer so Krokodile, die konnten durch die Ritzen mit den Zähnen hochschnappen. Dann hat mich jemand verfolgt. Ich musste in den Fluss springen. Ich hab gedacht, es sei wirklich geschehen, ein paar Sekunden lang.

Das Kind spürt sein Verhaftetsein ans nächtliche Geschehen und kann die Trennung zwischen Traumwelt und Realität zunächst noch nicht vollziehen. Es denkt beim Aufwachen zuerst, das Traumgeschehen sei echt, ist überwältigt von der Kraft der Traumbilder, steckt voll Erstaunen, Verwunderung, Angst, aber auch dem Gefühl, einer Notlage entronnen zu sein.

Boris spürt beim Aufwachen aus einem Flugtraum noch das Gefühl des Fliegens. Auch er sagt: Beim Aufwachen war ich irgendwie noch voll drin!
Jason träumte: Ich war auf einem Hochhaus, und dann bin ich plötzlich runtergefallen. Es ist ein ganz komisches Gefühl, als würde man wirklich fallen, dann bin ich aufgewacht. Als ich runtergefallen bin, hat mir der Arm noch weh getan, weil ich darauf geflogen bin.
Der Junge spürt die Bewegung des Fallens und nimmt beim Aufwachen den Schmerz im Arm wahr. Bei ihm geht das Traumgeschehen nahtlos in Körper und Bewusstsein über. Was er im Traum erlebt, wird als Schmerz in der Realität spürbar.

Ähnlich ergeht es Alexander: Ich war eingesperrt im Traum. Als ich aufwachte, wusste ich nicht, ob ich eingesperrt bin oder nicht. Dann hab ich die Tür meines Zimmers aufgemacht, und dann war sie offen. Erst das Öffnen der realen Tür befreit ihn vom Gefühl des Gefangenseins. Er fährt fort: Ich hab auch mal geträumt, dass ich wo runtergefallen bin, dann bin ich aufgewacht und hab ich meine kleine Lampe angemacht. Ich habe gedacht, ich fliege gegen die Wand. Dann hab ich mich hinten an meinem Bett festgehalten.

Peter wird in einem Traum mit einer beängstigenden Erfahrung konfrontiert: Eine Tür lässt sich nicht mehr öffnen: Ich ging hoch ins alte Klassenzimmer, hatte etwas vergessen, und da bin ich reingegangen, die Tür ging zu, ging nicht mehr auf, ich war dann halt eingesperrt. Ein zuhörendes Mädchen kommentierte: Und wenn man das so träumt, dass die Tür zufällt und man wacht auf, dann ist in dem Zimmer selber die Tür zu, dann ist es ja auch fast wie im Traum.
Das beschriebene Traumgeschehen visualisiert eine Blockade, denn der Junge geht zurück in das alte Klassenzimmer und erlebt sich unfähig, den Raum wieder zu verlassen. Ob er darin mit der Ausweglosigkeit konfrontiert ist, die das Trauma seines Kinderlebens darstellt? Als er drei Jahre alt war, nahm sich sein Vater das Leben. Der Junge war dabei, als die Polizei die schreckliche Nachricht der Mutter übermittelte. Damals fiel eine Tür ins Schloss, die sich nie mehr öffnen lässt.

Die Energie des Traums verläuft nicht frei fließend und bringt keinen Autonomiegewinn für den Jungen. Auch er musste nach dem Aufwachen aus dem Bett aufstehen, um zu prüfen, ob er wirklich eingesperrt ist. Welche Erleichterung, die Türklinke runterzudrücken und zu sehen, die Tür geht auf. Dieses Tun gibt der inneren Blockade eine befreiende Antwort und zeigt auf der anderen Seite das Ineinander von Traumerleben und Handlung.

Träumend entfaltet sich im Kind eine divergierende und reiche Gefühlslandschaft. Ob es will oder nicht, muss es gute und schlechte Emotionen aushalten, denn aus dem Traumgeschehen gibt es kein Entrinnen. Wenn Kinder Erwachsene um sich haben, denen sie ihre Träume erzählen können, wird das Traumgeschehen deutlicher abgehoben von der Realität. Gleichzeitig nimmt der Traum Gestalt an, wird konkret und sinnenfällig. Die Färbung des Gefühls wird als real erlebt. Das wahrnehmende Gegenüber des Erwachsenen hilft dabei.

Ein zehnjähriges Mädchen kennt das dunkle Gefühl, alles ist hin. Sie nennt es ihr Albtraumgefühl. Wenn man einen Albtraum hat, dann hat man irgendwie das Gefühl, auch im Traum, dass so richtig alles hin ist. Und beim guten Traum hat man das Gefühl, jetzt ist alles perfekt, es bleibt so, immer.

Stellt es nicht eine große psychische Leistung eines Kindes dar, solch gegensätzliche Gefühle benennen zu können?

Zwei Beispiele von Kindern im Einschulungsalter zeigen, wie das Träumen auch eine spaßige und spannende Sache sein kann. Sie schauen in ihr Traumgeschehen wie in einen Film. Ich fahre mit dem Segelboot auf dem See. Auf einmal bricht es auseinander und ich falle ins Wasser. Mein Papa sitzt weiter weg in seinem Boot, auch seins kracht, und er fällt ins Wasser. Da klingelt mein Wecker, und dann konnte ich nicht mehr weiter gucken.

Der Junge war enttäuscht, dass die Handlung nicht mehr weiterging, war aber davon überzeugt, heute Nacht würde er bestimmt weiter träumen. Er gehört zu den Kindern, die abends nicht widerstrebend ins Bett gehen, sondern neugierig darauf sind, welches Programm in ihrem Traumstudio gezeigt werden wird.

Außen- und Innenwelt gehen ineinander über

Dies ist ein wesentliches Merkmal kindlichen Träumens. Der Traum von Julia zeigt dies deutlich: Ich hab geträumt, dass mir die Mama Asterix und Obelix vorliest. Als ich aufgewacht bin, sage ich, Mama, lies doch weiter. Und dann merk ich, die Mama ist ja gar nicht in meinem Zimmer, und es ist dunkel und ich liege im Bett.

Viel häufiger als die Großen annehmen, sind Kinder tagsüber mit dem beschäftigt, was sie in der Nacht geträumt haben. Der Trauminhalt will dann einfach nicht aus dem Kopf. Jan, ein sehr verantwortungsvoller Junge, der bestrebt ist, bei allen Konflikten friedliche Lösungen zu finden, denkt über Träume nach, die ihn mit Negativem konfrontieren. Wenn ich etwas Schlechtes über jemanden träume und ihn später sehe oder frage, ob er Zeit zum Spielen hätte, dann komme ich mir vor, als ob ich etwas ganz Schlechtes getan hätte

Auch Alexandra kommt in Nöte, wenn sie von einem Kind träumt, das sie am nächsten Tag trifft. Ich wird ganz durcheinander und denk, wo kommt die jetzt her, die ist doch gestern in meinem Traum durch die Straßen gelaufen. Also dann denk ich, der Traum war wirklich, weil ich sie sehe. Oder wenn ich vom Florian träume und mit ihm was ausmache, dann wird mir ganz komisch zumute und ich denke, der merkt das jetzt, dass ich so blöd von ihm denke.
Da der Traum Handlungen gestattet, welche in der Realität verpönt sind, kommt Maren in Not, wenn es in ihrem Traum ums Küssen geht. Dann denkt sie, die andern Kinder, die im Traum dabei waren, müssten davon wissen. Auch ihre Gedanken kreisen tagsüber um das, was in der Nacht geschah.

Kraft seines stetig wachsenden Bewusstseins ist ein Kind jeden Tag damit beschäftigt, sich in der Fülle seiner Erlebnisse und Erfahrungen in der Außenwelt zurechtzufinden, sie mit seinen nächtlichen Träumen in Verbindung zu setzen, um sich damit gedanklich einen theoretischen Rahmen für all diese Widerfahrnisse zu geben. So entsteht eine stabilisierende Struktur, an der Kinder unentwegt bauen. Erstaunlich war es für mich zu sehen, wie sie ohne Zutun des Erwachsenen und ohne vorherige Unterweisung ihre Träume mit Erlebnissen des Vortages in Verbindung setzen. Dieser Tatbestand weist mich darauf hin, dass es natürliche Formen des Umgangs mit Träumen gibt. Gleichzeitig fließt mit jedem Traum auch ein bestimmtes Maß an kreativer Phantasie ins kindliche Bewusstsein, das es Kindern ermöglicht, ihre Welt- und Traumtheorien zu bauen.

Lydia stellt fest, dass abendliches Fernsehen sich in der folgenden Nacht in einem Traum niederschlage; nach ihrer Theorie träumen wir die Wirklichkeit weiter. Eine andere Gesetzmäßigkeit stellt Johanna auf: Wenn ich im Fernsehen etwas Schönes gesehen habe, träume ich immer, aber dann ist es nicht schön. Wenn etwas Schreckliches passiert, träume ich, es sei schön. Und Jan behauptet: Wenn man vor etwas Angst hat, kriegt man Albträume. Wenn man sich auf etwas Schönes freut, gibt es einen guten Traum.
Und Konrad sagt: In einem Traum macht man das Falsche und in einem anderen das Richtige.

Bei dieser Gesprächsrunde agierten einige Kinder das Thema aus. Sie rührten mit ihren Händen in einem unsichtbaren Kochtopf und wählten für den Vorgang des Träumens das Bild des Kochens. Dieser Vergleich hat durchaus seine Berechtigung, denn manchmal hat ein Träumer am nächsten Morgen den Eindruck, der Traum habe ihn durchgekocht. Hitze und Schwitzen sind gerade bei Kindern häufig den Traum begleitende körperliche Erscheinungen.

Kindliches Denken ist stark magisch geprägt. Das erklärt die Vielzahl von Praktiken, mit denen Kinder auf ihre Träume einwirken wollen. Ein Mädchen fürchtet sich vor Albträumen, wenn sie alleine in der Wohnung ist, die Eltern weg sind. Sie versucht die beängstigenden Gedanken dadurch zu vertreiben, dass sie sich im Bett gegen die Stirn schlägt, um die bösen Gedanken zu verjagen. Das zeigt, wie nahe Ohnmacht und Allmacht bei Kindern sind.

Wenn so viel von Albträumen die Rede ist, muss ich auch auf wohlige und schöne Träume verweisen, aus denen Kinder nicht aufwachen wollen. Endlich sich gut fühlen, ohne Mangel und Bedrohung. Endlich für eine kurze Weile im Paradies der Wunscherfüllung leben. Und dann vielleicht auch noch die Gabe von Fortsetzungsträumen geschenkt zu bekommen, die es ermöglicht, abends dort weiter zu träumen, wo das Traumgeschehen am Morgen aufhörte.

Woher kommen die Träume?

Diese Frage eröffnete den Raum für phantasievolle Antworten. Es verwundert nicht, wenn ein Mädchen auf archaische Denkvorstellungen verweist, den Ursprungsort der Träume in den Haaren ansiedelt. Die Haare als Sitz magischer Kräfte ist eine Zuschreibung, die uns vertraut ist.

Annette meint: Wenn man klein war, hat man Erinnerungen, und wenn man etwas Neues erlebt, kommt es zusammen, dann kann es passieren, die Phantasie kommt dazu und mischt. Dann entsteht ein Traum. Man wacht mit einem komischen Gefühl auf, weil es das ja nicht gibt.
Ein Junge wagte es, auf das Sandmännchen zu verweisen, was für Zehnjährige ja nicht mehr selbstverständlich ist. Seine Äußerung machte den Weg frei für das Bild der Mutter, die das Bäumelein schüttelt, von dem die Träume herab fallen.

Schließen möchte ich diese Hinweise auf kindliche Traumtheorien mit der Äußerung eines Jungen: Also, ich meine, wir sehen mit unseren Augen innerlich und hören es auch innerlich und fühlen und riechen.

Kinder verstehen die Bilder- und Symbolsprache ihrer Träume

Dies ist möglich, weil Kinder noch in großer Affinität zur ältesten Schicht unseres Bewusstseins leben. Ein Kind hat noch Anteil an der Ganzheit des Lebensursprungs, entfernt sich spätestens ab der Pubertät davon. Wer nun einem Kind zuhört, wie es seinen Traum erzählt, der sieht, wie seine Gestik und Mimik, sein ganzer Körper das Geschehen kraftvoll oder verhalten, je nach Erlebnisgehalt, konkretisieren. Wenn der Erstklässler in seinem Traum den Säbelzahntiger zwischen den Hochhäusern schildert, scheint das längst ausgestorbene Tier im Zimmer zu stehen. Selbst die Energie wird spürbar, die in einem so eindrücklichen Traumbild lebt.

Es wäre falsch, einem Kind sein Traumgeschehen rational erklären zu wollen. Alle gutgemeinten Versuche der hilflosen Erwachsenen, die einem Kind den Menschenfresser oder das im Traum erlebte Monster ausreden wollen, betrügen das Kind, weil sein Erleben nur in einer Weise kommentiert werden kann, die Verständnis vermittelt, das subjektive Erleben nicht leugnet und die Symbolschicht nicht entleert durch verfrühte Deutungen. Der rational ausgerichtete Erwachsene redet von einer anderen Sprachebene auf das Kind herunter, redet an ihm vorbei, erreicht seine Seele nicht.

Verbindung zwischen Traum und Märchen

Wenn vom Symbolverständnis des Kindes die Rede ist, muss ich auch auf das Märchen verweisen. Gerade weil Kinder in der Welt der Bilder und Symbole leben, sind die Übergänge zwischen Traum und Märchen fließend. Wenn sie ein Märchen gehört haben, tauchen häufig Teilaspekte des märchenhaften Geschehens im Traum auf. Nach einem Besuch des Märchens Der Teufel mit den drei goldenen Haaren erzählte Lydia einen langen Traum, der sie mächtig ins Schwitzen gebracht hatte, weil er sie mit dem Dunkel und der Hitze des Höllenfeuers konfrontiert hatte. Allerdings fehlte ihrem Traum das glückliche Ende. Die zuhörenden Kinder erkannten, wie schwer es dem Mädchen fiel, den ungelösten Traum zu akzeptieren und sie erfanden eine Fülle von positiven Lösungsmöglichkeiten, um das Ende Traumes zu verändern.

Das Ineinandergehen der Bereiche Traum und Märchen bietet gute Möglichkeiten, Albträume durch ein Märchen zu transformieren. An der Nahtstelle von Traum und Märchen fällt es nicht schwer, einem von Hexenträumen heimgesuchten Kind einen Weg in ein Märchen zu bahnen, das den Umgang mit dieser bedrohlichen Gestalt erzählt. Beim Zuhören identifiziert sich das Kind mit der Handlungsträgerin Gretel und lernt eine innere Kraft kennen, die von der Hexe nicht überwältigt wird. Auf diese Weise bekommt der Albtraum einen neuen Handlungsrahmen. Das Märchen bindet ihn ein in seine Struktur und lässt das Kind nicht mehr ins Bodenlose fallen. Die bewährte Struktur bestimmt den Weg und bietet dem Kind Möglichkeiten, seine Angst zu transformieren.

3.  Was lässt sich von der Art, wie Kinder mit Träumen umgehen, lernen?

Ich schlage Ihnen vor, sich zunächst auf das Bild der Traumpfade einzulassen. Das Manuskript meines Buches hatte zunächst den Arbeitstitel Traumpfade mit Kindern gehen. Damit war ich verbunden mit der Welt der Aborigenes in Australien, in deren Selbst- und Weltverständnis der Traum eine schöpferische Macht besitzt. Was lebt, geht nicht auf einen Schöpfergott zurück, sondern auf eine Zeit der schöpferischen Ahnen, die mit ihrer Kraft und Weisheit die Welt erschaffen haben. Die Epoche, in der dies geschah, war die Traumzeit. Die Ahnen bewegten sich hierhin, dorthin, jagten, schlugen ihr Lager auf, kämpften, liebten und schufen so aus Formlosigkeit topografische Landschaften. Vor ihren Wanderungen legten sie sich schlafen und träumten die Abenteuer und Ereignisse des folgenden Tages. Indem sie ihre Träume in die Tat umsetzten, schufen sie die Elemente der Natur, Sonne, Mond, Sterne, alle Tiere und Menschen. So wurden die Träume der Ahnen die Quelle, aus der alles entstand. Die Traumpfade, die Songlines, führten in alle Himmelrichtungen und sind Kommunikationsnetze, denen die Aborigines noch heute folgen, soweit sie nicht durch zivilisatorischen Zugriff zerstört wurden.

In dieser hohen Bewertung der menschlichen Fähigkeit zu träumen steht der einzelne Träumer innerhalb eines Netzes von Träumenden, denn die schöpferischen Ahnen übertrugen den Menschen auf diesem Weg ihre Kräfte. Bei diesem inneren Austausch mit den Ahnen geben die Menschen im Alltagsleben die empfangenen Kräfte wieder zurück durch Rituale, Gesänge und Tänze. Auf diese Weise geschieht ein steter Transformationsprozess von Energie. Die Menschen träumen und werden nächtlich neu mit Energie versorgt für den nächsten Tag.

Kommunikative Funktion der Träume

Sie haben längst gemerkt, dass der Begriff Energie oder Kraft häufig in meinem Referat auftaucht. Im Blick auf Kinder konkretisiert sich die Wirkweise von Träumen. Außer dem semantischen Gehalt eines Traums kommt noch ein weiteres Element dazu, nämlich das kommunikative.

Bei nonverbalen Ritualen, die ich mit Kindern entwickelt hatte, um den Übergang von der Nacht in den Tag zu gestalten, konnte ich wahrnehmen, wie nächtliches Traumgeschehen sich in den Bewegungen und Aktionen der Kinder ausdrückte. Der Traum schaute aus ihnen heraus. Es gab immer wieder wilde Verfolgungsjagden, meist von Jungen inszeniert. Sehr oft hatten diese Kinder in der Nacht einen Traum geträumt, in dem sie verfolgt wurden von einer Kinderschreckgestalt. Damit war klar, der Traum drängt danach, sich auszudrücken, sich mitzuteilen.

Diese Beobachtungen lassen sich meines Erachtens auch auf Erwachsene übertragen. Aber das Mitteilen von Träumen gehört nicht zu den Tugenden unserer Kommunikation am Arbeitsplatz. Damit wird der im Traum wirkenden Energie ein Riegel vorgeschoben. Als Folge davon kann sie sich weder verändern noch verwandeln. Sie bleibt ungenutzt und kann sich blockierend auf die Atmosphäre im Büro auswirken.

Mit dem Blick auf das kommunikative Element des Traums lernte ich die in manchen Traumbüchern enthaltenen Berichte über die Senoi, einem Stamm in Malaysia, kennen. Die Träume der Kinder werden dort genau so ernst genommen, wie die der Erwachsenen. Morgens erzählen sich die Menschen ihre Träume, wobei die Kinder den Anfang machen. Die Träume werden als real angesehen, ihre Wirkweise auf die Gruppe ebenso. Dabei finden die bei Kindern häufig auftretenden Angstträume besondere Erwähnung, denn die Kinder werden ermutigt, erneut in die Traumsituation zu gehen, nun aber mit dem Schutz der Gruppe, um eine andere Lösungsmöglichkeit zu finden.

Dadurch hat das Träume-Erzählen nicht nur eine Angst abbauende Wirkung, sondern stärkt die Solidarität und wirkt fördern auf die Beziehungen. Gerade weil im Traum alles möglich und erlaubt ist, es keine Grenzen und Normen gibt, die aberwitzigsten Handlungsabläufe inszeniert werden, verschwinden Animositäten und negative Zuschreibungen unter den Teilnehmern. Wenn du mir erzählst, wie du heute Nacht im Traum zu einem kleinen Kackbollen geschrumpft bist, dann kann ich dir auch anvertrauen, dass ich in einem schlimmen Traum zum Gummibärchen wurde und beide lachen wir darüber.

Das Lachen im Umfeld von Träumen, ein erster Schritt der Verarbeitung des Traumgeschehens, verändert die Stimmung, bewirkt eine schwebende Leichtigkeit und Animiertheit. Solche Erfahrungen ermunterten mich dazu, auch in meinen Beziehungen zu Erwachsenen dem Träume-Erzählen Raum zu geben. Beziehungen und Begegnungen verändern sich, wenn sich diese Dimension der Tiefe ausdrücken darf. Oft bewege ich den Traum einer Freundin, meiner Schwester, Enkel oder eines fremden Menschen, der ihn mir anvertraut hat, lasse mich anrühren von seinen Bildern und spüre ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Leben. Aber auch selber sagen können, ich habe schrecklich geträumt, den Traum teilen und erfahren, wie das verständnisvolle Nicken eines anderen Menschen gut tut.

Traum als Kontinuum des Lebens

Zum kommunikativen Element des Traums kommt eine weiteres hinzu: Träumen ist ein Kontinuum des Lebens. Kinder datieren markante Träume, an die sie sich erinnern, häufig ins 5. Lebensjahr. Das heißt, Träume begleiten durch die Dauer des menschlichen Lebens. Ich habe als Kind geträumt und werde als alter Mensch auch noch träumen. Vielleicht bereitet mich ein Traum auf mein Lebensende vor. Weil Träume aus einer nicht endenden Quelle des Lebens sprudeln, bereiten sie auch auf Zukünftiges vor. Der Blick auf Kinderträume macht dies sehr konkret, schließlich gibt es keine menschliche Lebensphase, die so stark durch Veränderungen und Entwicklungen geprägt ist wie die Kindheit.

In ihren Träumen handeln Kinder auf Probe, wagen sich in Neuland, scheitern, müssen Ängste aushalten, kämpfen gegen Bösewichte, werden bezwungen, kämpfen im nächsten Traum weiter, scheitern erneut, bis sie am Ende die Situation meistern, um dann in der Realität z.B. den Schritt alleine ins Ferienlager zu wagen, weil ihre Kompetenz zugenommen hat. Etwas überspitzt gesagt, pushen Träume ins Leben hinein, zielt ihre Kraft auf den Fortgang des Lebens.

Sprachschöpferische Funktion von Träumen

Bevor ich zum Schluss komme, werfe ich noch einen Blick auf das spannende Verhältnis von Traum und Sprache. Als schriftstellernde Frau komme ich bei diesem Aspekt des Träumens leicht ins Schwärmen, denn es ist etwas sehr Berührendes zu verfolgen, wie bei Kindern ab dem 3./4. Lebensjahr Sprache sich formt, um Trauminhalte auszudrücken. Die sprachschöpferische Funktion des Traums ist für mich unbestritten. Mit der reicher werdenden Sprache eines Kindes erweitert sich auch der Umfang seiner Träume. Zu hören, wie sprachgehemmte Kinder auf einmal einen Traum ohne Staksen und Stottern erzählen können, ist der beste Beweis für die sprachschöpferische Wirkung des Traums, der Energie für den Fluss der Sprache liefert. Es scheint, als ob die visualisierende Traumenergie noch nicht am Ende ist, Worte und Sätze formt, die sich seltsam mühelos erzählen lassen.

Die vielen Befindlichkeiten, welche ein Traumgeschehen spiegelt, verlangen nach phantasievoller Ausdrucksweise. Die Formulierungen zeigen deshalb oft auch einen experimentellen Umgang mit der Sprache. Stehen bei Kindern anfangs manchmal nur drei Eigenschaftswörter zur Verfügung, um ein Gefühl zu benennen (gut, schlecht oder das alles nivellierende geil oder cool), entwickelt sich nach einiger Zeit des Träume-Erzählens eine reiche Gefühlssprache, die auch bildhafte Vergleiche findet.
Da jeder Traum ein gefühlshaftes Erleben affiziert, verlangt das Wiedergeben des Gefühls ein differenziertes in sich Hineinhören und eine Sprache, welche diesem Erleben adäquat ist. Damit einher geht ein Anwachsen des Gefühls dem eigenen Wert gegenüber.

Erwachsene und Kinder finden auf diese Weise ihre eigene individuelle Sprache. Das Faszinierende am Traum ist ja u.a., dass zwar alle Menschen ähnlich träumen, aber die Träume nie identisch sind. Damit bleibt ein Traum ein äußerst individuelles Geschehen. Nicht von ungefähr orientiert sich der lange Weg der Individuation in der Analyse nach C.G. Jung in erster Linie an den Träumen und nutzt die Wirkung der Traumenergie, die den einzelnen zu einem reichen und vollständigen Leben führt.

Schließen möchte ich mit einer alltäglichen Begebenheit: Es ist Samstag, und ich stehe am Gemüsestand mit anderen Kunden. Vor mir wendet sich plötzlich ein ehemaliger Schüler um und sagt: Du, ich hab heute Nacht von dir geträumt und erzählt mir seinen Traum, während die Umstehenden erstaunt zuhören.

Bad Herrenalb 1999

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Stand: April 2015